Erste Hilfe und Tipps gegen Kopfschmerzen und Migräne
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Die Geschichte der Migräne

Die Migräne ist eine Erkrankung, die der Menschheit schon seit frühester Zeit bekannt ist. Im Laufe der Zeit haben sich die Migränetherapien ständig weiterentwickelt.

Die Migräne ist eine Erkrankung, die der Menschheit schon seit frühester Zeit bekannt ist. Im Laufe der Zeit haben sich die Migränetherapien ständig weiterentwickelt. Erleben Sie anhand unseres Zeitstrahles die Kuriositäten und Wandlungen in der Geschichte der Migräne.

Die Sumerer und Assyrer
ca. 3. Jahrtausend bis 1. Jahrtausend v. Chr.

Schon zu Zeiten der Sumerer (die ältesten Bewohner Babylons) und der Assyrer (die Bewohner von Assyrien, altes Reich in Vorderasien, heute N-Irak) klagten einige Menschen über einseitigen Kopfschmerz. Diese Erkenntnisse fand man auf Papyrusrollen, in denen um einen “neuen Kopf” gebeten wurde. Daraus wird ersichtlich, daß die Schmerzen offensichtlich so intensiv waren, daß man sogar gewillt war, eine so radikale Therapie in Anspruch zu nehmen. Den unter Kopfschmerzen leidenden Patienten wurde der Schädel aufgebohrt, damit die “schlechten Gase” abziehen können.

Die Ägypter
1. Jahrhundert v. Chr.

Zu Zeiten der Pharaonen wurde den Patienten ein lebendiger Zitterrochen auf den Kopf gelegt. Durch die abgegebenen Stromschläge erhoffte man sich Linderung.

Die Griechen
ca. 11. Jahrhundert bis 1. Jahrhundert v. Chr.

Im klassischen Athen glaubte man, die Migräne sei keine physische Erkrankung, sondern habe psychosomatische Ursachen. Den Patienten wurde eine Kur am Schwarzen Meer verordnet, um sich fern der Heimat bei dem “schönen” Klima zu erholen.

Frühchristliches Rom bis spätes Mittelalter.
6. Jahrhundert bis 15. Jahrhundert

Die bevorzugte Therapie in dieser enormen Zeitspanne war der sogenannte Aderlaß. Bei diesem Verfahren wurde dem Patient an mehreren Stellen des Körpers Blut abgelassen, welches in Schalen aufgefangen wurde. Man glaubte, daß dadurch das “Schlechte Teilchen” im Blut mitabfließen würde.

Fast ebenso häufig wurden den Erkrankten Abführmittel eingeflößt, um den Körper von schlechten Gallensäften zu befreien.

Manchmal wurden den Patienten auch glühende Brenneisen gegen die schmerzenden Kopfpartien gedrückt.

Die Inkas
ca. 16. Jahrhundert

Die Inkas in Südamerika wußten schon damals von der betäubenden Wirkung der Coca-Pflanze und ritzten die Haut an einigen Stellen auf, um den Saft einzuträufeln.

Spätes Mittelalter bis Neuzeit.
ca. 16. Jahrhundert bis 19. Jahrhundert

Innerhalb dieser Zeitspanne war der Therapie-Kreativität keine Grenzen gesetzt. Man entwickelte die unterschiedlichsten Kräuteressenzen, riet den Patienten sich die Haare zu waschen oder gar abzuschneiden, setzte Blutegel an die Schläfenregionen oder wickelte lebendige Blindschleichen an die Milzgegend. In einem 1794 erschienenen Buch über “Kopfschmerz, insbesondere Migräne”, wurden insgesamt 39 verschiedene Arten der Therapiemöglichkeiten erwähnt.

Die unterschiedlichsten Theorien bzgl. der Migräneursachen wurden entwickelt. In diesem Zeitraum wurden auch die ersten medikamentösen Versuche unternommen, die Migräne in den Griff zu bekommen. Eines der ersten Medikamente war ein Extrakt aus der Mutterkorn-Pflanze (hornhaltiges Pilzgeflecht aus der Roggenähre, giftig).

30er Jahre des 20 Jh.

Erst in dieser Zeit kam man der Migräne auf die Spur. Man stellte die Hypothese auf, daß die Durchblutung des Gehirns mit einer Migräneattacke zusammenhängt. Man ging davon aus, daß Veränderungen in den Blutgefäßen Migräne beeinflussen oder sogar auslösen. Aufgrund dieser Annahmen wurden die ersten wirksamen Medikamente entwickelt. Der Wirkstoff hieß Ergotamin und war lange Zeit das einzige halbwegs verläßliche Medikament.

80er Jahre des 20 Jh.

Mitte der 80er Jahre gelang der wirklich entscheidende Durchbruch in der Migränetherapie. Man entwickelte den Wirkstoff Triptan, der bis heute als der wirksamste und best-verträglichste in der medikamentösen Therapie ist. Das Triptan wirkt gezielt und selektiv an den entzündeten Gefäßen, ist entzündungshemmend und blockiert die Schmerzzonen.