Vorkommen
In Österreich leiden etwa 12% der Bevölkerung (= 800.000 Menschen) an Migräne. Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer. Migräne ist eine besonders unangenehme Form des Kopfschmerzes. Immer wiederkehrende Schmerzattacken verbunden mit Übelkeit und Erbrechen machen den Betroffenen das Leben schwer.
Patienten mit schwerer Migräne sind oft im Beruf, aber auch im Privatleben extrem beeinträchtigt. Viele Patienten haben ständig Angst vor der nächsten Attacke und einige leiden gleichzeitig auch an Depressionen. All das kann zu Spannungen in der Familie, aber auch zu Problemen am Arbeitsplatz oder in der Schule führen.
Ursachen – 1
Migräne ist keine “eingebildete” Krankheit, sondern hat organische Ursachen. Eine plötzliche Erweiterung und Entzündung der Blutgefäße im Kopf ist für die heftigen Schmerzen verantwortlich. Migräne-Kopfschmerzen treten häufig im Stirnbereich und halbseitig auf.
Die Schmerzen werden als pulsierend und pochend beschrieben. Während einer Attacke kommen oft noch äußerst unangenehme Begleiterscheinungen dazu. So leiden viele Patienten unter Licht- und Lärmempfindlichkeit, Sehstörungen, Schwindel oder Erbrechen.
Ursachen – 2
An die 20% aller Migräne-Patienten erleben bis zu einer Stunde vor dem Auftreten des Kopfschmerzes irritierende Sinneseindrücke, wie z.B. Lichtblitze, Flimmersehen oder Gefühlsstörungen im Bereich einer Körperhälfte. Anhand dieser sogenannten “Aura”, also bestimmten, von Patient zu Patient unterschiedlichen Wahrnehmungen, erkennen die Patienten, daß ihnen ein Migräneanfall bevorsteht. Die typischen Migränekopfschmerzen können einige Stunden, manchmal sogar Tage anhalten, wobei allerdings die Dauer sehr stark variiert.
Therapie – 1
Gerade weil Kopfschmerzen so weit verbreitet sind, werden sie als Erkrankung oft nicht wirklich ernst genommen. Viele Patienten versuchen sich selbst zu therapieren und schlucken wahllos Schmerzmittel – häufig mehr als der Beipackzettel erlaubt – anstatt sich einem Arzt anzuvertrauen. Der Facharzt für Neurologie ist der Spezialist für Migräne.
Er kann die Ursache der Schmerzen erkennen und zwischen Spannungskopfschmerz, Migräne oder auch durch Schmerzmittel ausgelöstem Kopfschmerz unterscheiden. Er stellt die Diagnose nach den Kriterien der “International Headache Society” und erarbeitet für jeden Patienten einen individuell zugeschnittenen Therapievorschlag.
Therapie – 2
“Obwohl die Migräne zur Zeit noch nicht heilbar ist, können wir heute jedem Migränepatienten helfen”, versichert Professor Dr. Dieter Klingler, Kopfschmerz- und Migränespezialist aus Linz. In den letzten Jahren sind auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse gut wirksame und verträgliche Medikamente entwickelt worden. Mit diesen modernen Medikamenten kann Migräne so gut behandelt werden, daß die Lebensqualität der Patienten nicht mehr wesentlich beeinträchtigt wird.



